Ein Einsiedler badete eines Tages im Ganges...

Gedanke für den Tag aus Prasanthi Nilayam vom 2. November 2022

Ein Einsiedler badete eines Tages im Ganges, als er flussabwärts auf einem Stück Holz einen Skorpion treiben sah. Das ist Gott, der in der Gestalt und dem Namen des Skorpions steckt, dachte er und wollte den Skorpion retten.
Er nahm ihn auf seine Handfläche; doch als dieser ihn stach, ließ er ihn ins Wasser fallen.
Da packte ihn die Reue, und er hob ihn wieder auf. So stach er ihn fünf- oder sechsmal, aber er beharrte auf seiner Mission der Barmherzigkeit und schaffte es schließlich, ihn auf das trockene Land zu werfen, sodass er lebendig und glücklich seinen Weg gehen konnte.
Viele Leute beobachteten seine Bemühungen und lachten ihn für sein dummerweise übertriebenes Mitgefühl aus. Der Einsiedler sagte ihnen, dass der Skorpion ihm eine Lektion erteilt habe und er dafür dankbar sei.
Sie fragten ihn, was das sei. Er antwortete: „Halte dich an deine angeborene Natur, was auch immer geschehen mag – das ist es, was er mich gelehrt hat.“
Seine Natur ist es, zu stechen; er stach zu, egal wen oder wann. Die Natur des Menschen ist es, Jnana (Weisheit) zu erlangen; Ananda (Glückseligkeit) ist die Essenz des Menschen. Liebe ist der Blutstrom, der ihn aufrecht erhält; Frieden ist die Vision, die ihn leitet und lenkt.
Sri Sathya Sai, 22. April 1967

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